
Ein Tanzstück von Tom Schneider, Monica Gilette und Franziska Jacobsen
Gäbe es einen in vollkommener Absicht inszenierten Ursprung allen Lebens und Denkens, wären die Welt und der Mensch vom göttlichen Funken getroffen, von Gott gewollt und in Szene gesetzt, wäre die Erde nicht vor etwa 4,6 Milliarden Jahren aus der Verdichtung des Sonnennebels entstanden, wie schön und vollkommen wäre das Leben auf unserer Erde, wie unbestritten der Sinn der menschlichen Existenz. Der säkularisierte Erdenbewohner des 21. Jahrhunderts muss die Welt und damit auch sich selbst jeden Tag neu erfinden. Aber im Gegensatz zum biblischen Schöpfergott fehlt dem postmodernen Menschen die Gelassenheit, auf sein Werk zu blicken und zu sagen: Gut, danke, Feierabend! Etwas kann immer verbessert werden , optimaler laufen, schlanker sein, ob ein Staat, eine Verwaltung oder mein Bauch. Und anstatt Ehrfurcht vor der göttlichen Schöpfung zu haben, hat man heute eher die Furcht davor, als Minderleister in der ausgeweiteten Trainingszone zu gelten. Also sammeln wir ehrliches Feedback, Creditpoints auf unserer payback-Karte und Mitgliedschaften in Sportvereinen, weil wir wissen: Besser geht immer! Oder?